Download Aggression und Gewalt: Ein biologischer, psychologischer und by Klaus Wahl PDF

By Klaus Wahl

Aggressives Verhalten zeigt sich of schon früh in der Kindheit. Gilt das auch für das In- resse an Aggression? Als style sei ich recht friedlich gewesen, wurde mir erzählt. Doch im Archiv meiner Kindheitsprodukte fanden sich Notizbücher voller aggressiver Zeichnungen: Pistolenhelden und Panzerschlachten. Klammheimlich – oder of enbar – hat mich eines meiner späteren wissenschaf lichen T emen schon früh fasziniert. Oder warfare es nur eine bei Jungen allgemeine Vorliebe für solche Zeichnungen (Freedman 1976)? Viele Jahre danach führte ich mit mehreren Forschungsgruppen empirische Untersuchungen über Aggression und Gewalt durch: zu Gewalt in Familien (Wahl 1989; 1996), Aggressionen von Jugendlichen und jungen Gewalttätern, insbesondere jener, die ihre Taten fremdenfei- lich und rechtsextrem begründeten (Wahl 1995; 2001; 2002; 2003; Wahl et al. 2001). Dabei konzentrierte ich mich darauf, wie sich aus biotischen, psychischen und sozialen Quellen ab der Kindheit Aggressionspotenziale entwickeln. Mein Interesse galt auch den entscheidenden Phasen in der Lebensgeschichte, in denen mit pädagogischen, sozialen oder therapeutischen Mitteln aggressivem Verhalten vorgebeugt werden kann, und der Frage, wie sich präventive Maßnahmen und Interventionen verbessern lassen (Wahl et al. 2005; Wahl 2007a; Wahl u. Hees 2009; Jung u. Wahl 2008). Diese Untersuchungen waren sehr unterschiedlich angelegt: teils große repräsentative Stichproben und Vollerhebungen mit Tausenden von Fällen, teils in depth Studien an kleineren Stichproben, die zusammen Hunderte von Fällen ausma- ten.

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Danach findet einerseits die Polizeiliche Kriminalstatistik überproportional mehr tatverdächtige Ausländer, andererseits eine sinkende Zahl zwischen 1997 und 2006 (Bund-Länder-AG 2007, S. 4; Bundesministerium des Innern 2008). Allerdings sind solche Vergleiche problematisch, weil sie ganz unterschiedlich strukturierte soziale Gruppen zueinander ins Verhältnis setzen. Schulische, berufliche, wirtschaftliche und kulturelle Bedingungen, die die Kriminalitätsrate beeinflussen, unterscheiden Migrantenjugendliche von der lange ansässigen deutschen Bevölkerung.

2002). Die Polizeiliche Kriminalstatistik registrierte in den letzten 20 Jahren eine erhebliche Zunahme der Tatverdächtigen bei Gewalttaten durch Jugendliche und Heranwachsende zwischen 14 und 21 Jahren auf ca. 1 % der Altersgruppe, kaum aber bei Kindern unter 14 Jahren und bei Erwachsenen (Bundeskri- 3 minalamt 2008). Kriminologische Dunkelfelduntersuchungen in der Bevölkerung – Repräsentativerhebungen, in denen selbst begangene Delikte sowie Erfahrungen als Opfer erfragt werden – bestätigen keine solche Zunahme an Jugendgewalt, sondern nur eine gestiegene Anzeigebereitschaft (BundLänder-AG 2008, S.

25): 4 Mord und Totschlag 2 347, 4 Vergewaltigung und sexuelle Nötigung 7 511, 4 Raubdelikte 52 949, 4 gefährliche und schwere Körperverletzung 154 849. Die polizeistatistischen Kategorien halten sich eng an gesetzliche Tatbestände und kaum an kriminologisch, psychologisch oder soziologisch interessante Zusammenfassungen von Delikten, z. B. impulsive oder geplante Aggression, Gewalt innerhalb der Familie oder in Schulen. Gewalt in Familien gerät wenig in den Blick der Polizei, weil von dem, was sich hinter den Wohnungstüren abspielt, nicht viel nach außen dringt.

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